KIRKE Antike-Lexikon für Schule und Studium: M Telemachos
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Malerei

Neben Architektur und Plastik die dritte Kunstgattung, allgemein die Bezeichnung für jede farbige Gestaltung einer Fläche, von großer Bedeutung in der Antike, Originale meist jedoch verloren, Erwähnung in zeitgenössischen literarischen Quellen, die den hohen Stellenwert der Malerei sogar noch vor der Bildhauerei betonen. Es existieren Reste minoischer, mykenischer (→ griechische Kunst), → etruskischer und → römischer Wandmalerei, aus Griechenland blieben einige Stelen (gr.: Säulen, die bemalt oder anders verziert sein konnten), Metopen (gr.: Platten, die z.T. bemalt oder anders verziert und in Bauwerke integriert waren) sowie Pinakes (gr.: bemalte Tafeln, sie waren als Weihegeschenke in Heiligtümern) und Grabmalerei. Daneben geben Vasen und Mosaike Aufschluss sowie die etruskisch römische Rezeption. Als Malgründe für Tafelmalerei dienten z. B. Holz und gebrannte Tontafeln, Techniken waren z. B. Tempera (anorganische Pigmente mit Emulsionen gebunden) oder → Enkaustik, die auch kombiniert wurden. Seit der römischen Kaiserzeit ist Malerei auf Leinwand überliefert. Antike Buchmalerei ist uns aus frühchristlichen Abschriften bekannt. In der minoischen und mykenischen Malerei gab es → Freskomalerei in Palästen und Gräbern, Themen waren besonders Jagd, Krieg und Prozessionen, in der minoischen Kultur auch Naturdarstellungen. In Griechenland existierte Malerei in öffentlichen Gebäuden, Tempeln, Pinakotheken (gr. lat.: Gemäldesammlungen) und in Gräbern. Ziel war das Abbild von Wirklichkeit, gemalt wurden besonders Monumentalbilder, Bühnenmalerei und mythologische Szenen. Die Entwicklung geht dabei von den ornamentalen Darstellungen hin zur Abbildung des Menschen, dabei wird die Figur ausgehend von der Umrisslinie gezeichnet. Die Darstellungen gewannen in zunehmendem Maße an Perspektive und wurden anatomisch genauer in der Menschendarstellung, ferner wurde der menschliche Charakter differenzierter erfasst. Wichtige Vertreter waren → Polygnotos, → Zeuxis und → Apelles. In Etrurien sind Grabmalereien, bemalte Sarkophage und Urnen erhalten, die von Monumentalität und kräftigen Farben, Naturelementen (z .B. Pflanzen) und einfacher Figurenzeichnung bestimmt waren. Dargestellt wurden Sitten, Gebräuche und Jenseitsvorstellungen. Der anfangs heitere Stil der Kunst wurde am Ende düster und trist. Prägend für die Malerei in Rom waren Historien- und Triumphmalerei sowie die dekorative Raumgestaltung öffentlicher und privater Bauwerke. Neben Rom gibt es besonders in → Pompeji Funde römischer Malerei. Hier lässt sich eine klare Entwicklung ausmachen. Sie begann mit einer ersten Phase dekorativer Bemalung, die Wandverkleidungen imitierte. Die zweite Phase war von Illusionismus mit Mitteln des perspektivischen Darstellen des Raumes bestimmt; Landschaft und Architektur, die hellenistisch geprägt waren, bildeten eine Einheit. Die dritte Phase war klassizistisch, die Architekturdarstellung trat zurück an, ihre Stelle trat eine verfeinerte Ornamentik in kühlen Farben; in die Scheinarchitektur sind umrahmte Gemälde integriert, die wie aufgehängte Bilder wirken. In der vierten, barocken Phase rückten wieder illusionistische Architekturdarstellungen in den Vordergrund, die aber diesmal an der römischen Architektur orientiert waren und zugleich Elemente einer Fantasiewelt enthielten. → Mumienporträts aus dem römisch besetzten Ägypten geben Auskunft über den hohen Stand der Porträtmalerei. In der Spätantike und frühchristlichen Zeit wurden die Techniken der antiken Malerei zunächst fortgeführt, es gab Freskomalerei (z. B. in → Katakomben und Kirchen) und Tafelmalerei. Thematische Schwerpunkte waren nun Gottesdarstellung und christliche Heilslehre. Dabei entstanden christliche Symbole, und die Darstellung des Irdischen verwies als Gleichnis auf das Himmlische. An die Stelle des Abbildes trat das Sinnbild (z. B: Goldgrund als Symbol für den Himmel). Seit dem 5. Jh. entwickelte sich das Ikonenbild als besondere Form des religiösen Andachtbildes besonders im → byzantinischen Raum. Hier kam auch der Buchmalerei neue Bedeutung zu.

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